Vereins - Historie


1878

 

Ursprünglich waren die Gründungs-Mitglieder des Vereins "S 16" Teil der
"Vereinigten Geflügel- und Kaninchenzüchter Bautzen und Umgegend"

welcher 1878 gegründet wurde.

 

Auf Grund der enormen Mitgliederzahlen kam es zur Trennung von Geflügel und Kaninchen.

 


1908

 

Der Verein wurde 1908 aus dem damals bestehenden gemischten Verein gegründet.

Auf dem Protokollbuch findet sich die Bezeichnung "Kaninchenzüchter-Verein 1908 Btz", an anderer Stelle auch "Vereinigte Kaninchenzüchter von Bautzen".


1915

 

Der erste Weltkrieg riß große Lücken in die Züchterschaft.

Frauen beschäftigten sich aus der Not heraus mit der Kaninchenzucht.
Die Inflation hinterließ Spuren. Kaninchen verloren an Wert, Futter wurde sehr teuer gehandelt.

 

An Hand der vorhandenen Niederschriften ist nachzuvollziehen, daß der Verein den ersten Weltkrieg und auch die Wirtschaftskrise überstand.


1924

 

Im "Einwohnerbuch für Bautzen" 1924 (Verlag Monse, Bautzen) finden sich folgende Einträge:

 

"Gemeinnützige Vereine...

Bezirksverband Bautzen im Landesverband Sächs. Kaninchenzüchter.

Vorsitzender: Otto Ziegler, Schäfferstraße 15." (Bautzen)

 

"Holländer-Klub für die Ober- und Niederlausitz, Sitz Bautzen. (Kaninchenzüchter) Geschäftsführer Wilhelm Blodek, Gerberstraße 25."

 

"Vereinigte Geflügel- und Kaninchenzüchter Bautzen und Umgegend. Vorsitzender Hermann Faßmann, Schloß Ortenburg. Kassierer und Schriftführer Arthur Schneider, Gerberstraße. Vereinsraum: Brauhausgarten."


 

 

Brauhausgarten Bautzen,

ehemaliger Versammlungsort der Rassekaninchenzüchter


 

1925

Führer
durch die
1. Verbandsschau
des Landesverbandes sächsischer Kaninchenzüchtervereine (E.V. )
(IV. Budissaschau)

veranstaltet von den Vereinigten Geflügel- und Kaninchenzüchtern von Bautzen u. Umgegend

am 10. und 11.Januar 1925 in der Exerzierhalle an der Löbauer Straße.
Bitte achten Sie auf "Fundstücke"
Das Original ist Eigentum von
Zuchtfreundin Dörte Bleul-Horn. ©

1945

 

Aus dem zweiten Weltkrieg kamen sehr viele Rassekaninchenzüchter nicht zurück.

 

Viel Zuchtmaterial ging durch die Not des Krieges verloren.

In den Jahren danach wurden die Vereine neu aufgebaut.

 

Die Fleischproduktion stand in den Nachkriegsjahren im Vordergrund.


1948

 

Gründung der DDR


Die Rassekaninchenzucht bekam eine große Bedeutung und trug zur Ernährung der Bevölkerung bei.

Zum Teil wurden in Städten den Vereinen bzw. Züchtern Grünflächen zur Verfügung gestellt, um die Kaninchenzucht zu fördern.

 

So hatte unser Verein "S16 Bautzen" Futterflächen bzw. Gartenparzellen "am Gasometer" und Nähe Spittelwiesenweg.


1955

 

VKSK /Sparte Kaninchenzüchter

pachtet Grundstück ab Januar 1955.

 

Gartenweg der Anlage Nähe Spittelwiesenweg.

 

Aufnahme von 2014


1958

 

Anlässlich des 50 - jährigen Bestehens wurde die Sparte S 16 Bautzen am 12.04.1958 mit einer "Ehrenurkunde in Anerkennung der Verdienste um die Deutsche Rassekaninchenzucht" durch die Zentrale Zuchtkommission Kaninchenzüchter der Kreisverbänder der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter geehrt.

Unterzeichnet wurde diese Urkunde durch Zuchtfreund Joppich, welcher auch zu den Feierlichkeiten in Bautzen weilte.

 

Auch in den folgenden Jahren wurden die Leistungen unserer Mitglieder der Sparte bei der Zucht unserer Rassekaninchen mit mehreren Urkunden und Auszeichnungen der zentralen Zuchtkommission / dem VKSK gewürdigt.

 

 

 

 

50-Jahr-Feier in der "Krone" Bautzen

 


In Schulen wurden AG´s (Arbeitsgemeinschaften) gegründet. Selbst in den Schulbüchern finden sich Hinweise.

 

Eine solche Arbeitsgemeinschaft befand sich im Pionierhaus Bautzen (Haus der Jungen Pioniere, Wallstraße 3, Bautzen) und wurde von den Zuchtfreunden der S16 Bautzen unterstützt.

Die Arbeitsgemeinschaft war gleichzeitig Mitglied im Verein.

Im Pionierhaus hatte man auch eine schöne Möglichkeit (noch in den 70iger Jahren), die Rassekaninchen- und Geflügel-Ausstellung durchzuführen.


In der DDR-Zeit wurden durch Aufkaufstellen Erzeugnisse von Kleinerzeugern angekauft um den Bedarf zu decken bzw. die Grundversorgung der Bevölkerung  abzusichern.

 

In Bautzen war eine Ankaufstelle "VEAB" auf der Goschwitzstraße.

(VEAB: Volkseigene Aufkaufbetriebe)

 

"Haus der Landwirtschaft“ sowie "Getreide und Saaten" und „Futtermittel“ sind an der Fassade der alten Posthalterei noch zu lesen.

 

Für angekaufte Produkte gab es Gutschriften und das Futter für Tierhalter wurde zu einem günstigerem Preis abgegeben.


1952

 

Honigglas um 1952 mit der Aufschrift "VEAB"

Das Original ist Eigentum von Zuchtfreundin Dörte Bleul-Horn. ©

Foto dito

 

Angekauft wurden

lebende Kaninchen

(zu attraktiven Preisen für den Erzeuger)

Kaninchenfelle

Angorawolle

Eier, Honig auch Obst und Gemüse


1963

 

Am 30.11. und 01.12.1963 fand im "Haus der Jungen Pioniere", Bautzen, Wallstraße 3

die Rasse-Kaninchen- und Geflügelausstellung statt.

 

Der originale Katalog ist ein schöner Beleg der Aktivitäten der Züchter.

 

Das Original ist Eigentum von Zuchtfreundin Dörte Bleul-Horn. ©

 

 

 

 

 

 


1972

 

Vom Zentralverband der Rassekaninchenzüchter wurde unser Zuchtfreund Günther Vetter aus Bautzen für die Herauszüchtung der Mecklenburger Schecken rot mit einer Ehrenurkunde geehrt.

Die Rasse fand somit den Weg in den Standard der Rassekaninchenzucht der DDR.

 


1984 

 

100 Jahre Zwergkaninchen

 

Der Wimpel zu diesem Jubiläum ging im Jahr 1984 an eine Bautzener Züchterin.

 

 

Rechts im Bild: Lowa - Guss aus Bautzen (Kaninchen)

 

Bester 1,0 1982 SGZ Zwergkaninchen Gruppe Oberlausitz

 

Auszeichnungen aus vergangenen Jahren, welche unsere Vorsitzende als Erinnerung an ehemalige Züchter geschenkt bekam. Auch eine tolle Erinnerung an Ausstellungen in der Stadt Bautzen.


1989

 

Während der DDR - Zeit unterstanden alle im Kreisverband Bautzen organisierten Vereine dem VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter), welcher in der sogenannten „Wendezeit“ 1989 aufgelöst wurde.


1990

 

Aus der „Sparte Rassekaninchenzüchter S 16 Bautzen“  wurde die „Vereinigung der Rassekaninchenzüchter S 16 Bautzen e.V.“ welche am 17.08.1990 im Vereinsregister des Kreisgerichts Bautzen registriert wurde.


 

2008

 

Im Jahr 2008 beging der Verein sein 100-jähriges Jubiläum!

Zu diesem Anlaß fand eine schöne Feier statt, zu der auch Gäste aus anderen Vereinen geladen waren. Mehrere Züchter erhielten Auszeichnungen.


2014

 

Wechsel im Vorstand

 

Eckard Hugo, der seit rund 18 Jahren das Amt des 1.Vorsitzenden inne hatte, konnte aus gesundheitlichen Gründen dieses nicht mehr weiter führen. Die Mitglieder wählten ihre neue Vorsitzende D. Bleul-Horn. Eckardt Hugo rückte auf den Platz des 2. Vorsitzenden.


2015

 

Die stattlichen Mitgliederzahlen aus den Gründungsjahren haben wir aktuell nicht zu bieten.

Die "S16 Bautzen" ist ein kleiner Verein von 22 Mitgliedern geworden.

Im Jahr 2015 konnten 3 Kaninchenzüchter als Mitglieder aufgenommen werden ! (Stand Dezember 2015)

 

Unser langjähriges Vereinsmitglied und ehemaliger Vorsitzender Eckardt Hugo wird aus unserer Mitte gerissen.

 

Zum Jahresende verlassen die Gärtner den Verein, da der Pachtvertrag für das Gartenland aufgelöst wird.

 

(Text bis 2008: Eckhardt Hugo, Überarbeitung und Ergänzung Dörte Bleul-Horn) ©


2016

 

Der Verein hat neben den Gärtnern weitere Mitglieder verloren. Im September verstarb das Ehrenmitglied Wolfgang Hugo.

Es geht wieder um die Rassekaninchenzucht.

In diesem Jahr wurden lange zur Seite geschobene Traditionen wieder aktiviert. So konnte im Juni ein kleines Sommerfest stattfinden und im Oktober wurde gemeinsam die 4. Robert-Oettel-Schau in Löbau besucht.


Aus der Geschichte des Kreisverbandes Bautzen

 

Die Geschichte des Kreisverbandes Bautzen ist über viele Jahrzehnte hinweg sehr eng mit der Geschichte unseres Vereins "S16" verknüpft. (Zfd. Herrmann)

Ursprünglich gab es den Bezirksverband Bautzen, welcher durch Trennung in die Verbände Bautzen und Kamenz  am 01.04.1921 gegliedert wurde.
In den alten Unterlagen finden sich Hinweise auf die damals zugehörigen Vereine.

So werden folgende Mitgliederzahlen genannt;
 
Bautzen               189 Mitglieder
Bischofswerda     119   "
Callenberg             28   "
Demitz-Thumitz     65   "
Elstra                      33   "
Kamenz              135   "
Kirschau                 20   "
Obergurig               32  "
Pulsnitz                   57  "
Wilthen                   14  "
Hauswalde             40  "                                                                                                                     (anwesende Vereine)
 
Bischheim               23 Mitglieder
Eulowitz                   12  "
Sohland                    50  "
Steinigtwolmsdorf   25  "
Wehrsdorf                15  "
Reichenbach           18  "                                                                                                                         (fehlende Vereine)      

                                                                                                                                     Gesamt Mitglieder  875  (März 1921)

 

„Der Geflügel- und Kaninchenzüchter Verein Klein-Welka b. Bautzen welcher 25 Mitglieder zählt, ersucht um Aufnahme.“ Dies erfolgte einstimmig.
Gesamt nach Aufnahme 900
Es ist wohl gut nachvollziehbar, dass man sich entschloß, den Bezirksverband zu trennen.

900 Mitglieder verwalten ohne der heutigen Technik - wohl eine Lebensaufgabe!

* * *


Text und Bilder © Dörte Bleul-Horn

ACHTUNG!

 

Die Vereinigung der Rassekaninchenzüchter S16 Bautzen e.V. sucht zur Erstellung einer Chronik Unterlagen, Dokumente und Fotos zum Thema Kaninchenzucht in Bautzen. So wurden zB in den 50iger Jahren eine Ausstellung im Gymnasium durchgeführt, am 30.11 / 01.12.1963 im Pionierhaus bis in die 70iger Jahre. Wer kann unterstützen ?

Siehe Fundstücke